Frösche sezieren leicht gemacht!

Mittwochmorgen, es ist soweit! Krötenjagd! Aber zunächst noch ein paar Mails beantworten… Irgendwie auch so chaotisch um mich herum… Also erstmal aufräumen und Platz auf dem Schreibtisch schaffen! Schließlich noch ein Kaffee, denn ohne den geht ja mal gar nix…. irgendwann hatte ich dann auch keine Ausreden mehr! Also hab ich eine To-Do Liste geschrieben. Die Dateien geöffnet, den Rücken durchgedrückt, es kann los gehen!

Da lagen sie vor mir, die putzigen Krötenscheibchen. Alles was es noch zu tun gab, war das erste Stückchen aufzunehmen! Da kam es wieder hoch… der Respekt… die Überwindung die große Mauer hochzuklettern… oh man, soll ich das wirklich angehen?

Es geht nur um das erste Stück, denk nur an das erste Stück! Nur die Glubschaugen, nicht das Hinterbein! Froschschenkel gibts später, jetzt nur ein klitzekleines…

OK, jetzt wird’s eklig. Es kommen mir Bilder von zerplatzten Froschaugen im Biounterricht in den Sinn… oder waren es Kuhaugen? – Ich kann ja auch später anfangen und in die Nacht hinein arbeiten… Manno, ist er etwa immer noch da, dieser innere Schweinehund? Was soll das? Geh weg. Ich weiß was es zu tun gibt! Hab meine Vorsätze in meinem Blog geteilt! Also auf gehts!?

Der Anblick der Kröte war aber noch immer kaum zu ertragen.

Also muss die Mauer noch ein Stückchen kleiner werden. Einen Joker habe ich noch, meine ultimative Geheimwaffe! Seid ihr bereit euch für alle Tage von eurem Schweinehund zu verabschieden? Diese Methode bekommt sie alle! Schweinehunde dieser Welt: sagt ADÉ!

Hier kommt: Der Wecker.

Wenn ich mich einfach nicht überwinden kann zu arbeiten und den Anfang nicht bekomme, überprüfe ich zunächst folgende Fragen: Ist die Aufgabe klar? Ist die Aufgabe machbar? Habe ich alles um die Aufgabe durchzuführen? Bin ich fit und nicht überlastet? Wenn ich all das positiv beantworten kann, liegt es wohl daran, dass ich viel zu viele andere Dinge im Kopf habe, die mich gerade mehr interessieren, und ich – joa – einfach keine Lust habe! Also stelle ich mir einen Wecker! Je nach Ausmaß der Blockade auf eine kürzere, oder, an guten Tagen, auf eine längere Zeit. Es war ein schlechter Tag: Also stelle ich ihn auf 30 min.

Das bedeutet für mich, dass ich in diesen nächsten 30 Minuten arbeiten werde, no matter what. Und: Nach dieser Zeit verspreche ich mir eine Pause! Mit dieser Aussicht auf 30 Minuten Arbeit mit anschließender Pause, habe ich es bisher immer geschafft anzufangen. Denn eine halbe Stunde ist gar nix, kein Problem. Dazu kann man sich viel leichter überreden als auch nur anzufangen mit der Aussicht auf einen langen Arbeitstag! Außerdem weiß ich, dass ich freie Zeit fest eingeplant habe, um mich um (Spaß-) Faktoren x, y, z zu kümmern, die mir gerade so dominant im Kopf umherschwirren und ablenken.

Nach der halben Stunde piepst also der Alarm. Ich höre auf und stelle mir wieder einen Wecker für das Ende der Pause. Timer auf 20 Minuten. Aaaaah, herrlich! 20 Minuten Internet, Youtube, Mails, Haushalt, telefonieren, Nachrichten schreiben,… oder einfach auf den Balkon gehen. Dann piepst es wieder, quasi die Pausenklingel, und es geht von vorne los.

Über den Tag versuche ich die Länge der Pausen zu verkürzen. An guten Tagen oder wenn es einmal läuft, setzte ich die Arbeitszeit ebenfalls hoch. Auf 45, 60 oder 90 Minuten, die Pausen auf irgendwas zwischen 10-20 – für lange Mittagspausen entsprechend länger. Wichtig: Bloß nicht vergessen einen Timer für das Ende der Pause zu stellen, sonst geht es schief. An den Timer für das Ende der Arbeitszeit denkt man schon von selbst…

Manchmal komme ich so in einen Flow, in dem ich gar keinen Wecker mehr brauchen würde. Dann hat es eben geholfen den Anfang zu kriegen. Häufig ist es aber so, dass ich das System trotzdem weiter einhalte. Denn das hat einen schönen Nebeneffekt. Oft verliert man sich im Flow in Kleinigkeiten oder Randthemen, die aber gar nicht wichtig sind. Da hat einen vielleicht einfach mal der Ehrgeiz gepackt oder man läuft auf einer falschen Fährte. Eine Pause bietet einen frischen Blick und den kurzen Check: Wo war ich? Was mache ich gerade und wie gehts weiter?

Ja, die Tabelle ist so erstmal schön genug!

Nach der Pause bringe ich mich zurück auf den Weg zum Ziel!

Lange Zeit dachte ich diese Methode wäre meine Erfindung gewesen. Doch, wie schade, sie ist es nicht.  Irgendwann hatte mich meine Verzweiflung dahin gebracht einen Wecker zu stellen, doch es ist tatsächlich eine Methode, die einen Namen und eine eigene Wikipedia-Seite hat! Die Pomodoro-Technik. Die Idee ist die gleiche. Die Ausgestaltung der Zeiten (Länge der Arbeitszeiten / Pausen) finde ich sollte sehr individuell gestaltet werden – je nach Aufgabe und Tagesform.

So, und nun ist Mittwochabend, der Timer hatte einiges zu tun, ich auch. Das Frosch-Schaschlik liegt vor mir, noch lange nicht ganz zubereitet, aber was soll’s – der Anfang ist gemacht.

Arbeiten ist eben auch nur eine Entscheidung. Hat man sich dazu aufgerafft, läuft es wie von selbst. Und noch eine Anekdote aus der Evolution, die uns alle etwas weniger streng mit uns selbst machen sollte: Ursprünglich mussten wir mit unseren Energien haushalten. Wir mussten sammeln und jagen um zu überleben. Doch wenn Futter da war, hieß die klare Vorgabe: Ausruhen und essen! Damit wir genug Energie sammeln konnten für schlechte Zeiten (die immer kamen), bevor es wieder zum sammeln und jagen ging. Ich hab genug zu essen in der Wohnung! Alles andere als schlafen und essen ist also quasi eine unmenschliche Herausforderung!

In diesem Sinne: Einen entspannten, energiesparenden Abend!

Eure Lina

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